Malignome
Malignome: Diagnose
Allgemeine Definitionen
Tumor
Unter einem Tumor (Geschwulst) versteht man die örtliche umschriebene Zunahme des Gewebevolumens;
im weiteren Sinn jede lokalisierte Anschwellung durch Ödem, akute und chronische Entzündung, aneurysmatische Erweiterung (pulsierender Tumor) und auch entzündlich bedingte Organschwellung (z. B. als sog. Milztumor);
im engeren Sinn gewebliche Neubildung (Gewächs, Blastom, Neoplasie) in Form eines spontanen, verschiedengradig enthemmten, autonomen und irreversiblen Überschusswachstums von körpereigenem Gewebe, das i. d. R. mit unterschiedlich ausgeprägtem Verlust spezifischer Zell- und Gewebefunktionen verbunden ist.
Malignom
(engl.: malignant tumour) ist die ungenaue Bezeichnung für bösartigen (malignen) Tumor.
Bei bösartigen Tumoren unterscheidet man fünf Arten:
- Karzinome; sie stammen vom Epithelgewebe ab
- Sarkome; sie gehen vom Mesenchym, also vom Binde- und Stützgewebe aus
- Blastome; sie haben ihren Ursprung in embryonalem Gewebe oder Organen
- maligne Lymphome; sie gehen vom lymphoretikulären Gewebe aus
- Leukämien; sie gehen von den Vorläufern der Blutzellen aus
Karzinome, Sarkome und Blastome sind solide Tumoren, maligne Lymphome und Leukämien dagegen sind Systemerkrankungen.
Krebs
Prozess, in dessen Verlauf die Zelle immer abnormaler wird. Wo man die Grenze zieht zwischen "Normalität" und "Krebskrankheit", ist ein willkürlicher Akt. Allen Krebsdefinitionen indes ist eines gemeinsamm: die Proliferation und die Ansammlung von Zellen in inadäquat großer Zahl an einem Ort innerhalb eines bestimmten Gewebes.
Krebsarten
Die Medizin unterscheidet rund 200 verschiedene Krebsarten. Trotz dieser Vielfalt gehen die meisten Krebserkrankungen auf eine gesunde Zelle zurück, die sich in einem mehrstufigen Prozess in eine Krebszelle umgewandelt hat. Je nachdem, welche Zellen sich zu Tumorzellen verändern, entstehen sehr unterschiedliche Krankheiten, die unterschiedlich verlaufen und unterschiedlich behandelt werden müssen.
Karzinogenese
Das schrittweise Entstehen von Krebs. Der mehrstufige Prozess beginnt mit einer genetisch veränderten Zelle und wird von verschiedenen "inneren" (genetische Disposition) und "äußeren" Einflüssen (beispielsweise Umweltkarzinogene) begünstigt. In den veränderten Zellen sammeln sich immer mehr genetische Defekte an, worauf sie natürliche Wachstumsgrenzen missachten, sich immer mehr auf Kosten gesunder Zellen vermehren und im Körper ausbreiten.
Angiogenese
Die Neubildung von Blutgefäßen. Wenn ein Tumor bis zu einer Größe von etwa zwei Millimeter herangewachsen ist, muss er sich an das Blutgefäßsystem anschließen, damit er Sauerstoff und Nährstoffe erhält und weiter wachsen kann. Die entarteten Zellen selbst locken neue Blutgefäße zu ihrer Versorgung an. Die Angiogenese entscheidet also mit darüber, ob aus einer winzigen Ansammlung genetisch veränderter Zellen eine große, bösartige Wucherung heranwächst. Gelänge es, die Neubildung von Blutgefäßen und damit die Versorgung des Tumors zu unterbinden, könnten Geschwulste idealerweise in frühen Stadien "ausgehungert" oder in ihrem Wachstum gebremst werden.
Metastasen
Tochtergeschwulste des ursprünglichen Tumors in einem anderen Organ. Während eine gutartige Geschwulst auf ihr Ursprungsgewebe beschränkt bleibt und sich deshalb i.d.R. relativ leicht entfernen lässt, durchbrechen bösartige Tumoren die Grenzen zu benachbarten Geweben und verbreiten sich dann über die Blut- oder Lymphbahnen im Körper. Das Vorhandensein oder Fehlen von Metastasen ist ein entscheidender Faktor für die Heilungs- bzw. Überlebenschancen eines Krebspatienten. Schon vor der Diagnose sind oft Krebszellen des Primärtumors als Metastasen abgewandert. Oft ruhen sie zeitweise oder gar für immer unentdeckt in anderen Organen - werden aber sehr gefährlich, wenn sie sich zu teilen beginnen. Wenn Operation und Bestrahlung nicht möglich oder nicht ausreichend sind, dann beibt nur die Behandlung mit Medikamenten, die auch gegen den Primärtumor wirken, unabhängig davon, wo sich Metastasen im Körper angesiedelt haben. Metastasierte Krebserkrankungen sind oft nicht mehr vollständig zu heilen. Die Behandlung ist dann darauf ausgerichtet, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Symptome zu lindern.
Tumoreigenschaften
Bei der Diagnose eines Malignoms muss man sich darüber klar werden, dass der Patient einen Tumor mit einer oder mehreren der folgenden Eigenschaften hat:
- hoch-/mäßig-/niedrig-/entdifferenziert
- das umliegende Gewebe infiltriert oder nicht
- mit oder ohne Lymphknotenmetastasen
- falls Lymphknotenmetastasen vorhanden sind: ob die Tumorzellen die Lymphknotenkapsel überschritten haben
- mit oder ohne Fernmetastasen
Jeder dieser Faktoren beeinflusst die Prognose des betroffenen Patienten, sodass es unrichtig ist, wenn man nur von einer Patientin mit Brustkrebs oder von einem Patienten mit Darmkrebs spricht.
Voraussetzung für kompetente ärztliche Hilfe ist die Kenntnis der Tumoreigenschaften.
Beim Behandlungsplan spielen spielen folgende Tumorcharakteristika eine zentrale Rolle:
- Tumorart
- histopathologischer Differenzierungsgrad (Grading)
- Ausbreitung der Erkrankung (Staging; siehe TNM-Klassifikation)
Wie entsteht Krebs?
Kontrolliertes Wachstum gesunder Zellen
- Alle Zellen - gut- und bösartige - vermehren sich mit Hilfe der Zellteilung, die darin besteht, dass die Erbsubstanz sich verdoppelt und damit die Zelle in völlig identer Form ihrem Vorbild nachgebildet wird.
- Das wichtigste Prinzip in der Teilung gesunder Zellen ist die vollständige Gleichheit ("high fidelity") in der Abfolge der sich teilenden Zellen. Dies führt zu einer völligen Stabilität in Form und Funktion ohne Abweichung vom regulären Zustand.
- Im Falle einer Fehlentwicklung und der Entstehung eines fehlerhaften Produkts im Rahmen einer Fehlentwicklung reguliert das Gen p53 das Einsetzen möglicher "Reparaturmaßnahmen".
Entwicklung bösartiger Zellen
Die Entstehung bösartiger Zellen im Zellzyklus beruht auf der Abweichung von der "high fidelity" mit der Entstehung von in Form und Funktion "fehlinformierter" Zellen, deren Fehler sich im Laufe weiterer Teilungsschritte steigert.
Unkontrolliertes Wachstum der Tumorzellen
- Tumorzellen haben die Eigenschaft, ein unkontrolliertes, weit über das normale Maß hinausgehendes Wachstum zu entwickeln.
- Dies beruht auf einer Fehlfunktion von Wachstumsregulatoren, wobei einerseits eine deutliche Steigerung der Vermehrungsfähigkeit durch eine Gruppe von genetisch gesteuerten Mechanismen, die wie ein hängengebliebenes Gaspedal wirken (Onkogene), und anderseits die Unterdrückung des Wachstums durch ausgefallene Bremsmechanismen (Tumorsuppressorgene) vorliegt.
- Zu diesen Faktoren der unmittelbaren Steigerung des Tumorwachstums kommt die weitere Fähigkeit der Tumorzellen, durch Botenstoffe das Aussprossen und die Entstehung kleinster Blutgefäße zu bewirken, die den langsam entstehenden Tumor mit Blut und damit mit notwendigen Nährstoffen zu versorgen in der Lage sind.
Aussaat ("Metastasierung") von Tumorzellen
Eines der typischen Charakteristika von in einem Organ befindlichen Zellen ist ihr starker Zusammenhalt ("Adhäsion"). Eines der Charakteristika von Tumorzellen ist die Reduktion bzw. der Verlust dieses zellulären Zusammenhangs mit daraus folgernder Fähigkeit zu ihrer Versprengung und Aussaat im Organismus.
Immunologische Abwehr
- Das körpereigene Abwehrsystem dient dazu, fremde Eindringlinge zu identifizieren und auszuschalten, und müsste auch in der Lage sein, dies auch bei Tumorzellen zu tun.
- Immunologische Abläufe beginnen mit der Erkennung einer bestimmten Zelle oder eines eindringenden Organismus als "fremd". Dies beruht auf den Oberflächeneigenschaften eines solchen Eindringlings in einen Organismus, dessen Zellen eben diese Eigenschaften nicht aufweisen.
- In weiterer Folge wird der "fremde" Organismus von Zellen des Immunsystems aufgenommen, verarbeitet und die Information an die im Immunsystem nachgeschalteten Zellen des Immunsystems weitergegeben. Dies passiert unter Einschluss von Botenstoffen und Signalweitergaben.
Abwehr und Krebs
- Die meisten Tumoren - mit wenigen Ausnahmen - schützen sich bereits von Beginn ihrer Entstehung an gegen eine Erkennung durch ein noch so intaktes Immunsystem.
- Die Fortsetzung der tumorbedingten Mechanismen, die Neutralisierung der immunologischen Eliminierung, führt über eine direkte Unterdrückung von Erkennungs- und Funktionsmechanismen des Immunsystems durch den entstehenden Tumor bis zur tumorbedingten Freisetzung von verschiedenste Abläufe des Immunsystems beeinflussenden Faktoren, die allesamt darauf abzielen, eine Tumoreliminierung durch immunologische Vorgänge zu verhindern.
- Bereits dieser Vorgang zeigt, dass eine simple Stimulierung immunologischer Abläufe bei den meisten Tumoren im besten Fall nur ein Teil eines therapeutischen Gesamtkonzepts sein kann.
Tumor-Einteilung
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I. nach biologischem Verhalten
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| 1. benigne Tumoren | ||
| differenzierte Zellen und langsames, lokal verdrängendes Wachstum | ||
| 2. maligne Tumoren | ||
| Zellkernpolymorphie, Zellatypie, Anaplasie und infiltrierendes, meist rasches, destruierendes Wachstum und Metastasierung | ||
| 3. semimaligne Tumoren | ||
| histologische Kennzeichen maligner Tumoren und lokal infiltrierendes Wachstum, jedoch i.d.R. keine Metastasierung | ||
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II. nach histogenetischer Systematik (mit Bezeichnung des entwicklungsgeschichtlichen Gewebes)
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| 1. epitheliale TU aus Ektoderm und Entoderm | ||
| a) benigne TU | Adenom, Papillom, Polypen | |
| b) maligne TU | Karzinome | |
| 2. mesenchymale TU aus dem Mesoderm | ||
| a) benigne TU | Lipom, Fibrom, Osteom, Myom, Leiomyom, Rhabdomyom, Chondrom | |
| b) maligne TU | Sarkome | |
| 3. embryonale TU aus undifferenziertem Gewebe | ||
| Nephroblastom, Neuroblastom, Medulloblastom, Retinoblastom, embryonales Rhabdomyosarkom, Teratom | ||
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III. nach klinischem und pathologischem Befund
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| TNM-Klassifikation, Grading, Laurén-Klassifikation, Dukes-Klassifikation, Kieler Klassifikation, Rappaport Klassifikation u. a. | ||
TNM-Klassifikation
Definition
(engl.) TNM-staging; von der Union Internationale Contre le Cancer (UICC) vorgeschlagene Stadieneinteilung von malignen Tumoren als internationales System der Tumorklassifikation
- in dem System beschreibt T (Tumor) die Ausdehnung des Primärtumors, N (Nodulus) das Fehlen bzw. Vorhandensein von (juxta-)regionären Lymphknotenmetastasen und M (Metastasen) das Fehlen bzw. Vorhandensein von Fernmetastasen.
- Durch Hinzufügen von Zahlen (z. B. T 1, T 2 ..., N 0, N 1 ..., M 0, M 1 ...wird die Größe und anatomische Ausdehnung des malignen Prozesses für jede Tumoridentität definiert.
- Für die Erfolgsbeurteilung der Therapie sind eine exakte Dokumentation und standardisierte Stadieneinteilung unbedingte Voraussetzung, auch im Hinblick auf die Vergleichbarkeit von Therapieergebnissen
- Das TNM-System hat ungenaue alte Stadieneinteilungen weitgehend abgelöst. Ausnahmen sind die malignen Hämoblastosen und Hirntumoren und das kleinzellige Bronchialkarzinom
- In der Gynäkologie ist die FIGO-Klassifikation neben der TNM-Klassifikation noch gebräuchlich
TNM-Klassifikation
Prätherapeutische klinische Klassifikation (TNM)*
| T | Primärtumor |
| T is | präinvasives Karzinom (Carcinoma in situ) |
| T 0 | keine Evidenz für einen Primärtumor |
| T 1, T 2, T 3, T 4 | Evidenz zunehmender Größe und/oder lokaler Ausdehnung des Primärtumors |
| T X | Die Minimalerfordernisse zur Bestimmmung des Sitzes oder Ausbreitungsgrades des Primärtumors liegen nicht vor |
| N | Regionäre Lymphknoten |
| N 0 | keine Evidenz für einen Befall regionärer Lymphknoten |
| N 1, N 2, N 3 | Evidenz zunehmenden Befalls regionärer Lymphnoten |
| N 4 | Evidenz des Befalls juxta-regionärer Lymphknoten (wo anwendbar) |
| N X | Die Minimalerfordernisse zur Beurteilung der regionären Lymphknoten liegen nicht vor |
| M | Fernmetastasen |
| M 0 | keine Evidenz für Fernmetastasen |
| M 1 | Evidenz für Fernmetastasen** |
| M X | Die Minimalerfordernisse zur Beurteilung des Vorhandenseins von Fernmetastasen liegen nicht vor |
* Die Kategorien T, N und M werden grundsätzlich, die übrigen optional angewendet
** Die Kategorie M 1 kann wie folgt spezifiziert werden:
| Lunge: | PUL | Knochenmark: | MAR |
| Knochen: | OSS | Pleura: | PLE |
| Leber: | HEP | Peritoneum: | PER |
| Hirn: | BRA | Haut: | SKI |
| Lymphknoten: | LYM | Augen: | EYE |
| ZNS | BRA | Andere: | OTH |
| Nebenniere | ADR |
Mit der Bezeichnung C (certainty factor) kann zusätzlich der Grad der Befundsicherung angegeben werden
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Die histologische Klassifikation der Malignität erfolgt nach dem Grading:
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Bedeutung der Präfixe vor den TNM-System-Bezeichnungen:
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V- und L-Klassifikation: V: Einbruch in die Venen, L: Einbruch in das Lymphsystem
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R-Klassifikation: Vollständigkeit der operativen Entfernung eines Tumors
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FIGO-Klassifikation
- FIGO (Abk. für/frz.) Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique
- Gynäkologische Tumoren werden durch die z. T. seit mehr als 50 Jahren angewendeten so genannten FIGO-Stadien beschrieben;
- die entsprechende TNM-Klassifikation wurde so definiert, dass sie mit den FIGO-Stadien weitgehend übereinstimmt.
Klassifikation und schematische Stadieneinteilung von malignen Tumoren nach FIGO
| Stadium 0 | Carcinoma in situ |
| Stadium 1 | Tumor auf das Ausgangsorgan begrenzt |
| Stadium 2 | Tumor auf angrenzendes Gewebe ausgedehnt |
| Stadium 3 | Ausdehnung bis zum nächsten Organ |
| Stadium 4 | Einbruch in angrenzendes Organ, Fernmetastasen |
Beispiel: Stadieneinteilung nach TNM-System/FIGO für Vulvakarzinom
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TNM
|
FIGO
|
Definition
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| T1 N0, M0 |
I
|
Tumor begrenzt auf Vulva und Damm, größter Durchmesser < 2 cm keine Lymphknotenmetastasen, keine Fernmetastasen |
| T1a |
IA
|
Invasionstiefe < 1 mm |
| T1b |
IB
|
Invasionstiefe < 2 mm |
| T2 N0, M0 |
II
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Tumor begrenzt auf Vulva oder Damm, größter Durchmesser > 2 cm keine Lymphknotenmetastasen, keine Fernmetastasen |
| T3 N0, M0</p> T3 und N1-3M0 |
III
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Tumor jeglicher Größe und Ausdehnung auf Urethra, Anus oder Vagina, direkte Ausbreitung (kein Lymphknotenbefall, keine Fernmetastasen)</p>
Tumor jeglicher Größe mit Ausdehnung auf Urethra, Anus oder Vagina und unilaterale Lymphknotenmetastasen, keine Fernmetastasen |
| T4 N0-2, M0 |
IVA
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Tumor jeglicher Größe mit Infiltration der proximalen Urethra, Blasen- und/oder Darmschleimhaut oder Beckenknochen, keine Fernmetastasen |
| T4 N2, M0</p> T4, |
IVB
|
Doppelseitige Lymphknotenmetastasen, keine Fernmetastasen</p>
pelvine Lymphknotenmetastasen, Fernmetastasen |
Übersicht Malignome
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)
Definition
- Das Pankreaskarzinom ist ein maligner Tumor, der aus dem exokrinen Teil der Bauchspeicheldrüse entsteht.
- Die Bauchspeicheldrüse besteht aus einem endokrinen Anteil, der Hormone freisetzt (u. a. 60 % Insulin), und einem exokrinen Anteil, der Verdauungssäfte produziert.
Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom, Urothelkarzinom)
Definition
- Unter einem Blasenkarzinom, präziser einem Harnblasenkarzinom (Harnblasenkrebs), versteht man einen bösartigen Tumor, der aus dem so genannten Urothel in der Harnblase entsteht.
- Urothel ist die Bezeichnung für das Epithel, das den gesamten ableitenden Harnweg zwischen Nierenbecken und der äußeren Harnröhrenmündung innen auskleidet.
- Vorkommen über 90 % in der Blase, selten im Nierenhohlsystem, Harnleiter und in der Urethra.
Brustkrebs (Mammakarzinom)
Definition
- Unter einem Mammakarzinom versteht man einen bösartigen Tumor der Brust (auch der männlichen).
- Denkt man sich Koordinaten mit der Brustwarze als Zentrum, so kann man eine räumliche Häufigkeitsverteilung in vier Quadranten vornehmen.
- Besonders häufig ist der obere äußere Quadrant befallen, da er auch den größten Teil der Brustdrüse enthält.
Dickdarm- und Enddarmkrebs (Kolonkarzinom, Rektumkarzinom, Analkarzinom)
Definition
- Der Darm wird in Analbereich, Dickdarm und Dünndarm unterteilt.
- Der Dickdarm besteht aus dem Kolon und dem Enddarm (Rektum).
- In allen Bereichen können sich bösartige Tumoren entwickeln, hauptsächlich aus der Darmschleimhaut.
- Tumoren im Dünndarm sind außerordentlich selten, während die Kolonkarzinome zusammen mit den Rektumkarzinomen (auch kolorektale Karzinome genannt) zu den häufigsten Tumoren gehören.
Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
Definition
- Die Eierstöcke (Ovarien) sind Ursprungsorgane für eine Vielzahl von unterschiedlichen sowohl gut- als auch bösartigen Tumoren.
- Die Eierstöcke werden außerdem häufig durch Metastasen anderer Krebserkrankungen befallen, wie z. B. vom Brustkrebs, Lungenkrebs, Magen- oder Darmkrebs.
- Der häufigste bösartige Tumor, der vom Eierstock ausgeht, ist das Ovarialkarzinom.
- Histologisch werden drei verschiedene Formen unterschieden, der mucinöse, der endometriale und der seröse Krebs.
Gallenblasen- und Gallengangskrebs (Gallenblasen- und Gallengangskarzinom)
Definition
- Der Gallenblasenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der von der Gallenblasenschleimhaut ausgeht.
- Der Gallengangskrebs (CCC), ein bösartiger Tumor, der sich in den Gallengängen intra- und extrahepatisch entwickelt, ist wesentlich seltener.
- Der Klatskin-Tumor ist ein Gallengangskrebs, der sich an der Vereinigung der beiden aus der Leber führenden Gallengänge entwickelt.
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Definition
- Der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entsteht aus dem Gebärmutterhals (Zervix).
- Der Gebärmutterhals (Zervix uteri) ist die Verbindung vom oberen Scheidenende der Frau zur Gebärmutter.
- Die Schleimhaut von Gebärmutter und Scheide ist im Aufbau sehr unterschiedlich. Im Bereich der Portio befindet sich eine Übergangszone.
- Hauptsächlich deshalb sind bösartige Tumoren im Bereich von Gebärmutter und Gebärmutterhals in vielfacher Hinsicht vollkommen verschieden und beide Tumorarten müssen daher gesondert betrachtet werden.
Gebärmutterkrebs (Corpuskarzinom, Endometriumkarzinom)
Definition
- Das Corpuskarzinom entsteht im Gegensatz zum Zervixkarzinom im oberen Anteil der Gebärmutter (Corpus uteri). – Es entwickelt sich aus der Schleimhaut, dem sog. Endometrium, wodurch sich die Bezeichnung als Endometriumkarzinom erklärt.
Hautkrebs (Melanom)
Definition
- Das maligne Melanom ist ein von Pigmentzellen ausgehender, sehr bösartiger Tumor der Haut und Schleimhaut; frühe Metastasierung in Abhängigkeit von der Eindringtiefe in die Haut.
- Besonders stark betroffen sind hellhäutige Menschen mit ungenügender Bräunungstendenz.
- Das Melanom entwickelt sich bevorzugt auf Hautbereichen, die der Sonne ausgesetzt sind: Gesicht, Hals, Arme, Unterschenkel.
- Etwa 60 % der Melanome entwickeln sich dabei aus Muttermalen (Naevi) oder aus einem sog. Leberfleck (Lentigo), die oft über Jahre völlig unauffällig waren.
- Bei der schwarzen Bevölkerung beträgt die Zahl der Erkrankungen nur ein Sechstel der hellhäutigen Bevölkerung. – Bei ihnen werden besonders die wenig pigmentierten Körperteile wie Schleimhäute, Hand- und Fußflächen befallen.
Hirntumoren
Definition
- Hirntumoren sind benigne oder maligne intrakranielle Tumoren, ausgehend vom Hirngewebe selbst, von den Hirnhäuten oder den Gefäßen.
- Häufigste Geschwülste: rasch wachsende Glioblastome (z. B. bösartige Astrozytome) und langsam wachsende Meningeome (meist gutartig).
- Maligne Hirntumoren machen nur 1 % der Krebserkrankungen beim Erwachsenen, jedoch 20 % der Krebserkrankungen im Kindesalter aus.
- Man kann Hirntumoren einteilen nach ihrem Wachstumsverhalten (benigne oder maligne), dem primären Ursprung der Zellen (primäre HT oder Metastasen anderer Krebsarten) und dem histologischen Zelltyp.
Hodenkrebs (Hodenkarzinom)
Definition
- Der Hodenkrebs ist ein seltener, bösartiger Tumor beim Mann, der sich aus den Keimzellen des Hodens entwickelt. In den Hoden kommen verschiedene Zelltypen vor, die Ausgangspunkt für einen bösartigen Tumor sein können.
- Eine Einteilung dieser Tumoren hinsichtlich der zugrunde liegenden Zellart unterscheidet Keimzelltumoren, die mit ca. 97 % am häufigsten sind, sowie die wesentlich selteneren Stromatumoren (ca. 1 %) und Lymphome des Hoden (ca. 2 %).
- Unter therapeutischen Gesichtspunkten werden die Keimzelltumoren in 2 große Gruppen eingeteilt: die Seminome, die ca. 35 % der Fälle ausmachen, und die Nicht-Seminome mit ca. 65 %. Es können auch Mischtumoren auftreten, die dann allerdings therapeutisch wie Nicht-Seminome behandelt werden.
Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)
Definition
- Der Kehlkopfkrebs ist ein seltener, bösartiger Tumor, der zur großen Gruppe der Kopf-Hals-Tumoren gehört.
- Die überwiegende Mehrzahl der Kehlkopftumoren sind histologisch gesehen Plattenepithelkarzinome, leiten sich also von der Schleimhautauskleidung des Kehlkopfes ab.
Kopf-Hals-Tumoren
Definition
- Unter dem Begriff Kopf-Hals-Tumoren fasst man eine Vielzahl bösartiger Tumoren im Bereich des Kopfes unter Ausschluss des Gehirns und der Schilddrüse zusammen.
- Zu den Kopf-Hals-Tumoren gehören im Einzelnen Krebserkrankungen von:
- Lippen
- Mundboden
- Mundhöhle
- Zahnfleisch
- Zunge
- Gaumen
- Speicheldrüsen
- Rachen
- Nasenhöhle und Nasennebenhöhle
- Kehlkopf
- Mittelohr
- Nach dem Ursprungsgewebe unterscheidet man Karzinome, die sich von Schleimhäuten entwickeln, Lymphome, die im lymphatischen Gewebe entstehen, und Sarkome, die sich vom Binde- und Stützgewebe ableiten.
- Die überwiegende Mehrzahl der Kopf-Hals-Tumoren sind Plattenepithelkarzinome.
- Die häufigsten Lymphome sind Non-Hodgkin-Lymphome.
- In den Speicheldrüsen werden Adenokarzinome, Azinuszellkarzinome, Mukoepidermoidkarzinome und adenoid-zystische Karzinome beobachtet.
Knochenkrebs (Osteosarkom)
Definition
- Unter Knochenkrebs versteht man bösartige Tumoren, die sich vom Knochen herleiten.
- Neben diesen bösartigen Knochentumoren gibt es noch die wesentlich häufigeren gutartigen Knochentumoren.
- Zusätzlich zu den gutartigen und bösartigen Knochentumoren gibt es Tumoren, die man weder der einen noch der anderen Gruppe zweifelsfrei zuordnen kann. Diese Tumoren werden als semimaligne, also "halbbösartig" bezeichnet. Außerdem existieren Erkrankungen, die Tumoren vortäuschen. Sie werden als Tumor-like lesions bezeichnet.
- Es gibt verschiedene Gruppen von malignen primären Knochentumoren, von denen das Osteosarkom mit 45 % das häufigste ist.
- Prädilektionsalter 10–25 Jahre, aber auch bei Älteren.
- Typische Lokalisation an Metaphysen der langen Röhrenknochen; am häufigsten betroffen distaler Femur, proximale Tibia; Fibula und Radius weniger oft, Wirbelsäule und Gesichtsschädel sehr selten.
Krebs der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane (Vulvakarzinom)
Definition
- Unter der Bezeichnung Vulvakrebs ist eine Vielzahl von histologischen Veränderungen zusammengefasst, die in intraepitheliale und invasive Tumoren unterteilt werden können.
- Der Vulvakrebs ist ein seltener bösartiger Tumor der äußeren Geschlechtsorgane bei der Frau, der hauptsächlich jenseits der Menopause, also der letzten Regelblutung, auftritt.
- Die invasiven Tumoren dringen im Gegensatz zu den intraepithelialen von der Schleimhaut ausgehend in tiefere Gewebeschichten ein.
Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom)
Definition
- Unter Leberkrebs versteht man bösartige Tumoren, die aus lebereigenen Zellen entstehen.
- Wenn man von primären bösartigen Lebertumoren spricht, denkt man vor allem an das Leberzellkarzinom, in der Fachsprache auch hepatozelluläres Karzinom (HCC) genannt.
- Das Gallengangskarzinom, das innerhalb der Leber entsteht, wird als Cholangiokarzinom (CCC) bezeichnet und gehört ebenfalls zu den primären bösartigen Lebertumoren.
Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
Definition
Lungenkrebs, fachlich korrekt als Bronchialkarzinom bezeichnet, ist ein bösartiger Tumor der Bronchien.
Magenkrebs (Magenkarzinom)
Definition
Unter Magenkrebs versteht man bösartige Erkrankungen des Magens, also von der Kardia bis zum Pylorus.
Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom)
Definition
- Es gibt im Erwachsenenalter im Bereich der Niere und der Harnwege nur zwei wichtige maligne Tumoren, das Nierenzellkarzinom und das Urothelkarzinom (siehe Definition Blasenkrebs), alle anderen Tumoren des Harntraktes sind Raritäten (z. B. Wilmstumor bei Kindern) und spielen in der Praxis keine Rolle.
- Beim Nierenzellkarzinom, früher auch Hypernephrom genannt, handelt es sich um einen bösartigen Tumor des Nierengewebes.
- Er geht von unterschiedlichen Zellen des Nierengewebes aus und kann deshalb bei der feingeweblichen mikroskopischen Untersuchung in verschiedene Untertypen klassifiziert werden.
- Meist ist ein Nierenzellkarzinom in der Nierenrinde am unteren Pol einer der beiden Nieren lokalisiert und wächst von dort in Richtung des Nierenbeckens.
- Nur in etwa 2 % aller Fälle sind beide Nieren von einem solchen Tumor befallen.
Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
- Definition
- Die Prostata ist ein Teil der inneren Geschlechtsorgane des Mannes. Die Drüse von der Größe einer Kastanie umschließt den Anfangsteil der Harnröhre. Ihr Sekret wird dem Samen beigemischt und stimuliert die Beweglichkeit der Samenfäden.
- Das Prostatakarzinom ist in der Mehrzahl der Fälle (95 %) ein Adenokarzinom (vom Drüsenepithelgewebe ausgehend).
- Häufigster maligner Tumor des Mannes, der v. a. zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auftritt.
Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)
Definition
Scheidenkrebs ist ein seltener bösartiger Tumor der Geschlechtsorgane der Frau, der hauptsächlich jenseits der Menopause, also der letzten Regelblutung, auftritt. Er entwickelt sich vorwiegend aus Schleimhautzellen. Je nach dem zugrunde liegenden Zelltyp wird der Scheidenkrebs eingeteilt in:
- Plattenepithelkarzinome
- Adenokarzinome
- Carcinoma in situ
- Maligne Melanome
- Sarkome
Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
Definition
Der Speiseröhrenkrebs, auch Ösophaguskarzinom genannt, ist insgesamt recht selten. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine bösartige Neubildung im Bereich der Speiseröhre, die zumeist von der Schleimhaut ausgeht.
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
Definition
- Schilddrüsen-Karzinome sind bösartige Tumoren der Schilddrüse.
- Nach dem zugrunde liegenden Zelltyp können mehrere Arten von Schilddrüsen-Karzinomen unterschieden werden.
- Zu den differenzierten Schilddrüsen-Karzinomen gehören das papilläre und das follikuläre Schilddrüsen-Karzinom, die hinsichtlich des Befallsmusters und der Therapie einige Unterschiede aufweisen.
- Differenzierte Schilddrüsen-Karzinome ähneln noch weitgehend dem normalen Schilddrüsengewebe und haben damit einen niedrigen Grad der Bösartigkeit.
- Zu den undifferenzierten Schilddrüsen-Karzinomen, die auch als anaplastische Karzinome bezeichnet werden, gehören spindelzellige, parenchymatöse und kleinzellige Karzinome, die alle eine gleich schlechte Prognose aufweisen.
- Eine Sonderform stellt das medulläre Schilddrüsenkarzinom dar, das sich nicht aus den eigentlichen Schilddrüsenzellen entwickelt, sondern aus den so genannten C-Zellen, die entwicklungsgeschichtlich beim Menschen nur zufällig mit der Schilddrüse verwachsen sind.
Tumoren des lymphatischen Gewebes (Lymphome)
- Definition
- Die malignen Lymphome werden heute in Hodgkin-Lymphome (HL) bzw. den Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) unterteilt, wobei sich unter den NHL eine Vielzahl verschiedener Lymphomerkrankungen verbirgt.
- Besonders bei Non-Hodgkin-Lymphomen findet man häufig eine Beteiligung des zentralen Nervensystems.
- Primäre Lymphome des Gehirns sind hingegen vergleichsweise selten.
- Eine Häufung findet man allerdings bei geschwächtem Immunsystem (z. B. durch AIDS oder Organtransplantationen).
Übersicht Krebsarten (einzelne Kapitel)
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EHA-Kongress: Bendamustin im klinischen Alltag
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Jahrestagung 2010 der OEGGG in Zell am See
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Stents, Ballon und Thrombosen
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